Frage von Jayjay12, 58

Angenommen, ein Kerl will künftig ein bisschen auf die "Renne" mit seiner Enduro. Wäre es ein Muss, andere als seine Stollenreifen aufzuziehen ?

Viele von euch haben bestimmt mal an einem Renntraining teilgenommen, nehme ich an. Vielleicht verfügt mancher sogar über tatsächliche Fahrpraxis auf der Rennstrecke und kann ein Lied davon singen?

Ne einzylindrige Enduro a la XT 660 oder LC4 ist nun eher die Ausnahme als die Regel, nehme ich einfach an, aber dazu braucht man keinen Zwicker. Müsste ich also eine zulässige Rennbereifung wählen, wenn ich vorhätte, an einem Renntraining teilzunehmen? Oder dürfte ich auf eigenes Risiko mit meinen Geländeschlappen drauf? Wie seht ihr das?

Bedanke mich schon mal für die Antworten! ;-)

VG Jayjay12

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von katastrofuli, 40

Der Reifen ist, wie du sicherlich weißt, deine einzige Verbindung zur Straße. Wird diese Verbindung unterbrochen, geht dein Körper ggf. eine ungewollte enge Verbindung mit dem Boden ein.

Bei meinem diesjährigen Rennstreckentraining durfte ich, glücklicherweise nicht direkt beteiligt, miterleben, was bei der Kombi ungeeigneter Reifen und hohe Geschwindigkeit geschehen kann. Einem Teilnehmer, der mit seinem Tourenreifen (PiPo) schnell unterwegs war und nicht auf die Erfahrenen hören wollte, schmierte der Reifen auf der Piste. Ende vom Lied: ein fetter Highsider, Moped kaputt und 8 Rippen gebrochen. 

Stollenreifen sind denkbar ungeeignet. Wenn du schon Geld für die Renne ausgiebst, willst du sicherlich auch mal am Kabel ziehen und nicht nur herumschleichen.

Gibt es vor dem Training eine Überprüfung der Bikes, sehe ich für dich, berechtigterweise, schwarz. Du stellst bei ungeeigneter Bereifung nicht nur für dich sondern auch für alle anderen auf der Strecke eine Gefahr dar.

Kommentar von fritzdacat ,

Nur aus Interesse, was war denn das für ein PIPO? Bis 2CT fangen die PIPOs, wenn sie zu heiss werden, an zu schmieren,  der PIPO3 macht das aber nicht, ist dafür aber schwer warm (genug) zu kriegen. Ein Tourenreifen ist eher der Pilot Road.  

Kommentar von katastrofuli ,

Es war einer der neueren PilotPower. Auf die genaue Nummer möchte ich mich jetzt nicht festlegen. 

Da es recht heiß war (25 Grad aufwärts) fing selbst mein sonst so zuverlässiger Pirelli Angel ST an zu schmieren, so dass ich einen Gang runter geschalten habe. Der Gestürzte wollte das nicht und fuhr sogar in der Gruppe der Schnellen, die überwiegend mit Slicks unterwegs waren. Die Instruktoren haben ihn gewarnt, doch lernt er wohl eher nach dem Versuch-Irrtum-Prinzip.

Ein Bekannter hatte nach dem Vorfall einen (finde ich) passenden Spruch auf den Lippen:

"Kracht dein Moped in die Mauer, war es bereift mit PilotPower."

Kommentar von Effigies ,

Um nen PiPo 2CT zu überhitzen muß man aber auf ne Art am Kabel ziehen, die imho ein Ring-Einsteiger nicht hin bekommt.

Kommentar von katastrofuli ,

War ein Wiederholungstäter ;-)

Kommentar von Jayjay12 ,

Vielen Dank für die klaren Worte, katastrofuli: damit ist alles gesagt und ich richte mich danach aus!

Dicker Gruss

JJ

Kommentar von Jayjay12 ,

war ja wohl klar ;-) viel spass beim nächsten renntraining und hals und beinbruch wünsche ich dir!

man liest sich^^

vg jan oder jj

Antwort
von mausekatz, 18

Selbst mit Slicks kannst du böse auf die Fresse fallen, wenn sie nicht warmgefahren werden. Mit Stollenreifen ist das dann schon eher ein Ritt auf einer Kanonenkugel.

Also ja, die richtige Bereifung ist wichtig!

Kommentar von Jayjay12 ,

Mithilfe eurer Beiträge sehe ich inzwischen drei Kurven weiter. Wir alle machen Fehler, das ist menschlich und lässt sich nicht vermeiden. Manches ist aber vermeidbar, so wie das hier. Es muss ja nicht sein, Kopf & Kragen zu riskieren. Und schon gleich zweimal nicht, wenn noch andere Verkehrsteilnehmer oder so wie hier - bikende Kollegen, Instruktoren und andere Helfer bei einem Renntraining unter echten Bedingungen auf einer Rennstrecke in Gefahr geraten könnte - bloss weil man selbst in völliger Ignoranz und Verantwortungslosigkeit handelt.

Ich stimme dir also völlig zu bei deinem berechtigten und hilfreichen Tipp! Dankeschön Mausekatz/ bbb - viele Grüsse Jan ;)

Antwort
von MopedTunerAT, 39

Kann das ganze nicht vergleichen, da ich bisher nur Touristenfahrten gesehen habe, und keine Renntrainings, aber bei den Touristenfahrten durfte auf jeden Fall jede besch****** Corvette drauf, welche mit 30 km/h nur rumgecruised ist, und bei den Motorrädern waren auchn paar Enduros mit Stollen dabei.

Obs nun Sinn macht, ist eine ganz andere Sache, aber ich schätze du dürftest auf eigene Gefahr teilnehmen.

Kommentar von Jayjay12 ,

Ich danke dir für die Antwort! Durch "katastrofuli's" Beitrag steht ausser Frage, was im Fall des Falles zu tun ist bzw. wäre:

Die richtige Bereifung ist für die Rennstrecke ein absolutes Muss, denn alles andere wäre einfach hirnrissig und unverantwortlich: es geht wie überall auch um die Rücksichtnahme und den Schutz anderer Verkehrsteilnehmer => hier speziell der Kollegen und Instruktoren, die ebenfalls am Renntraining teilnehmen.

Ausserdem hat ein jeder noch soundsoviele andere Bezüge, die man oft gar nicht mit einkalkuliert: (Ehe)PartnerInnen, Kinder, Verwandte, Freunde, Bekannte usw.

Man sollte schon wissen, was man in egal welcher Situation tut ..>> und sich danach ausrichten. Für mich sehr wissenswert, eure beiden Antworten zu diesem Thema zu lesen: es ackert...und das ist nur gut so! ;-))

Bis die Tage und mit Gruss nach Austria

jj / jan

Antwort
von hondaVFR1200F, 5

Die richtigen Reifen sind das A und O beim Motorradfahren. Hast du die falschen Reifen aufgezogen, legst du dich schneller auf den Asphalt als du gucken kannst. Also immer schön darauf achten, dass es auch zusammenpasst.

Kommentar von Jayjay12 ,

werde dran denken, danke ;-)

Antwort
von Kaheiro, 8

Wenn du wirklich richtig auf die Renne gehen willst,besorge dir Slick...natürlich nur wenn es trocken ist.

Kommentar von Jayjay12 ,

Ist gut zu wissen: ich denke dran, wenn's soweit ist. Dankeschön ;-)

Antwort
von Effigies, 13

Enduroreifen sind ein sehr weites Feld. Von was für Stollen reden wir denn hier ?

Kommentar von Jayjay12 ,

Wie gut, dass du nachfragst, denn darauf gibts eine klare Antwort:

Der "Enduro 3 Sahara" von Firma Metzeler, der mir beides ermöglicht, Touren in jede Himmelsrichtung und Geländegängigkeit bei nahezu jedem für mich infrage kommenden Untergrund, d.h. unbedingte Asphalt-Tauglichkeit für Tourenkilometer auf der Langstrecke, Geländetauglichkeit auf sandigen Böden bis hin zur Tauglichkeit in unwegsamem und hügeligem Gelände.

Was für ein Glück, dass mich ein so erfahrener 'Endurist' wie du lehrt zu differenzieren bei den eigenen Aussagen: Hoch zu loben, Effigies!

Kommentar von Effigies ,

Nuja, der Enduro3 ist eigentlich kein Stollenreifen.  Der hat ein Negativprofil (Rillen). Der geht auch ziemlich gut auf Asphalt, allerdings wird der Verschleiß, besonders vorne ziemlich heftig sein.

Kommentar von Effigies ,

Mit echten Stollen (z,b, Stonemaster, MT18, MT21) fährste wie auf
Eiern, weil sich in Schräglage  die äußerste Stollenreihe biegt. 

Eine Zwischending sind Blockprofilreifen wie der TKC80. Der hat quasie beides. eine Lauffläche unten und eine oben.

Kommentar von Jayjay12 ,

Du wirfst mein - zugegeben noch sehr beschränktes - 'Weltbild'- über'n Haufen. Bis heute war der "Enduro 3" für mich schon ein Stollenreifen, eine Art eierlegende Wollmilchsau für alles und nichts, was zwischen anspruchsvollerem Hügelland, reichlich Asphalt und sandiger Steppe anzusiedeln ist. Natürlich ist mir bewusst, dass richtige Crossprofile komplett anders daherkommen - aber dennoch.

Gut, jetzt weiss ich mehr: ein Negativprofil also, hm hm. Okay, ist wirklich gut, die Unterscheidung und die richtige Benennung zu kennen, dankeschön. Wobei logisch ist, dass ein Reifen für satten Gebrauch auf Asphalt nicht zugleich richtig derbes Gelände taugen kann: sind zwei so verschiedene Welten, zwei Extreme.

Kommentar von Effigies ,

Bis heute war der "Enduro 3" für mich schon ein Stollenreifen,

Nö ;o)

eine Art eierlegende Wollmilchsau für alles und nichts, was zwischen anspruchsvollerem Hügelland, reichlich Asphalt und sandiger Steppe anzusiedeln ist. 

Ja, das isser.

Aber er hat eben keine Stollen. Stollen sind Dinger die aus der Lauffläche hervor stehen um sich in den Fahrbahnbelag hinein zu bohren (Grobverzahnung).  So was hat der nicht. 

Wobei logisch ist, dass ein Reifen für satten Gebrauch auf Asphalt nicht zugleich richtig derbes Gelände taugen kann

Klar, im weichem Boden helfen lange Stollen die sich tief hineinbohren wie Haltebolzen. Besonders bei nassem Gras und Lehm hilft nix anderes. Dazu müssen die noch weit genug auseinander stehen damit  sich die Zwischenräume nicht mit Lehm "zukleistern".

Auf Asphalt, der zu hart ist um Löcher rein zu drücken, fährste dann oben auf den Stollen wie ne Ballerina auf den Zehenspitzen. Irgendwie klar, daß sich das wackelig anfühlt, ne?

Kommentar von Jayjay12 ,

Sehr anschaulich erklärt. Das gefällt mir immer am besten ;-)

Ab und zu gehe ich ins Ballett, da mich die Ästhetik der tänzerischen Darbietungen auf höchstem Niveau begeistern. Hinzu kommt, dass ich jedesmal meine Zeichen"künste" voranbringen kann.

Eine Ballett-Tänzerin, die im Toutou bei einer Szene auf einem Schühchen in kompletter Harmonie und Körperbeherrschung so zu stehen vermag, dass die Ausgewogenheit und Balance sich die Hände reichen >> szenisch etwas vom Schönsten und Schwierigsten, was es gibt!!

Und hier schliesst sich wieder der Kreis, Effigies: der Stollenreifen entfaltet seine besten Eigenschaften auf weichem  Untergrund <<>> nie jedoch auf hartem Asphalt. Auch eine Ballerina kann die formvollendete Grazie auf einem Bein und auf der Spitze der Zehen nur für eine sehr begrenzte Zeitspanne von höchstens mehreren Sekunden bis maximal einer halben Minute (falls überhaupt??) halten, denn ihr Bein/Fuss ist lediglich punktuell mit dem harten Untergrund verbunden:

Es ist also eine sehr fragile Verbindung, die jederzeit kippen kann!

Vielen Dank für deine Antwort, Biker ;D  - gruss jj

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