Frage von Bikenoob, 138

ABS oder kein ABS?

Hallöle, also ich habe meinen Führerschein bestanden und bin auf der Suche nach einer Maschine. Ich habe da auch schon eine in Aussicht die ich mal probe gefahren bin allerdings hat die Maschine kein ABS. Nun meine ganz einfach und simple Frage, wie steht ihr zu ABS? Sollte ich mir sicherheitshalber lieber eine Maschine mit ABS holen oder kann ich getrost zu einer ohne ABS greifen?

Antwort
von RoadRacer, 114

Moin..

Also vorab ich fahre seit Jahren ohne ABS und komme sehr gut damit klar. Gut mittlerweile hat eine der Maschinen auch ABS - könnte aber darauf verzichten. 

Fakt ist, du brauchst mehr Gefühl für deine Maschine beim Bremsen. Einfach reinkloppen in die Bremsen und festhalten ist nicht. Dann erwarten dich logischerweise blockierende Räder. Heißt auch es wird bei bestimmten Situation mehr fahrerisches Können von dir verlangt. 

Ruckartiges schreckhaftes Bremsen aus welchen Grund auch immer, geht oft nicht gut aus. Dort sehen deine Chancen mit ABS etwas besser aus.

 ( häufiger Unfallgrund bei Anfängern )

Sicherheitstechnisch gesehen liegt ABS natürlich vorne. Gerade auch bei Bremsungen auf schlechtem Untergrund. Insgesamt werden meist kürzere Bremswege in Ernstsituationen erreicht.

Bei neuen Maschinen ist ABS auch schon zur Pflicht laut Gesetz geworden.

Letztlich liegt die Entscheidung bei dir..

Wieviel Wert du auf diesen zusätzlichen Sicherheitsaspekt legst.

Falsch ist es mit Sicherheit nicht :)


Gruß 




Kommentar von 19ht47 ,

wunderbar erklärt. Nun kann er entscheiden.

Kommentar von Bikenoob ,

Naja, die Sache ist auch die, da ich ja Neuling bin wollte ich sowieso nochmal ein ADAC Sicherheitstraining absolvieren. Mich hat es mal interessiert, auch bezüglich was geht da in sachen Schräglage bei meinem Motorrad? Nicht um es auszunutzen sondern eher nicht mit zuviel Angst um die Kurven zu gehen einfach weil man nicht noch weiter schräg gehen will.

Aber vielen Dank für die Antwort da kann ich etwas beruhigter an die Sache heran gehen.

Kommentar von fritzdacat ,

"noch weiter schräg" ist immer besser, als in der Kurve zu bremsen, allein schon das Gas abrupt rauszunehmen destabilisiert das Motorrad.

Kommentar von Bikenoob ,

Das weiß ich schon :D damit habe ich während meiner Fahrstunde in der Fahrschule bekanntschaft machen dürfen. Eigentlich ganz gut das es passiert ist, ich habe in der Kurve abgebremst und gemerkt das es mich weiter nach außen drückt.

Ich habe dann komplett auf 0 runter gebremst weil ich sonst einfach aus der Kurve in den Wald hinein gefahren wäre, das ist mir jetzt einmal passiert, seitdem bremse ich entweder vor der Kurve oder garnichtmehr. Ich nehme die Kurven auch eher sehr langsam, lieber zu langsam die kurve genommen als einmal zu schnell.

Trotzdem will ich aber natürlich sicherer beim Fahren werden. Das kommt dann mit der Zeit denke ich oder eben bei diesem Training.

Antwort
von Mankalita2, 88

Ich war lange gegen ABS, bin bis vor 2 Jahren auch ohne gefahren. Wie RoadRacer treffend schrieb: Wer ohne ABS fährt/fahren will - muss bremsen lernen!

Gegen ABS war ich, weil ich nur ein ABS kannte, das aus meiner "überdachten Zündkerze" (Auto), und das, so weiß ich heute, ist vermutlich das mit Abstand schlechteste ABS unter unserer Sonne!!! Ich dachte mir immer "und sowas am Motorrad??? NIEMALS!!!"

Seit zwei Jahren fahre ich nun eine Maschine mit ABS. Mein Grund, eine Maschine mit ABS zu kaufen, war ein ganz banaler: Der Wiederverkaufswert, eine Maschine ohne ABS bekommt man heutzutage kaum noch verkauft und wenn dann nur mit deutlichn Einbußen. Meine hat ein sehr gutes ABS, nicht mal neueste Technik, mein Motorrad ist "schon" 4 Jahre alt und seitdem hat sich ja wieder einiges getan, aber sehr fein, sehr ausgewogen und... ich muss gestehen: ich möchte es nicht mehr missen! Ich bin, weil ich sehr neugierig war, auf einen Platz und habe bewusst ins ABS gebremst, wollte wissen, wie sich das anfühlt. Ich merke nicht mal, dass es eingreift und regelt. Absolut TOP!

Seit ich das Motorrad habe musste ich 2x eine absolute Vollbremsung (Notbremsung) hinlegen (wegen bescheuerter Dosenfahrer) und das bei höheren Geschwindigkeiten (Landstraße) und es ist einfach nur genial! Ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass ich im Notfall voll den Anker werfen kann.

Allerdings kann es auch dazu verleiten, zu denken "mir kann ja nichts passieren, ich habe ja ABS" und das ist ein falscher Ansatz, eine trügerische Sicherheit. Man sollte nicht, weil man elektronische Helferlein an Bord hat, schneller fahren als man es ohne tun würde, sich nicht einer "elektronisch geregelten Sicherheit" hingeben und seine eigenen Grenzen überschreiten, denn die Gesetzte der Fahrphysik, können auch elektronische Helferlein nicht aushebeln. Sie unterstützen den Fahrer, können mal helfend eingreifen, aber übertreibt man's, geht's genauso schief wie ohne.

Sie können schwere Unfälle verhindern oder mildern, sie können Leben retten. Aber sie können nicht zaubern ;-)

Herzlichen Glükwunsch zum bestandenen Schein und allzeit gute Fahrt!

Mankalita

Kommentar von Bikenoob ,

Vielen Dank :)

Ja ich werde denke ich sowieso noch einmal so ein Fahrsicherheitstraining beim ADAC machen. Einfach um mich auch auf der Maschine sicherer zu fühlen.

Kommentar von Mankalita2 ,

Sehr gute (und vernünftige) Idee! Mach das, du kannst nur gewinnen! :-)

Mittlerweile ist es bei SHT's aber so, dass Vollbremsungen zwar geübt werden, aber leider die Trainings mehr auf "ABS-Fahrer" zugeschnitten sind. Das ADAC-Training kenne ich nicht, habe meine immer wo anders absolviert und hatte auch noch Gelegenheit das ABS-lose Bremsen auf Sand zu üben, geile Sache ;-)

Wobei es damals (vor 8 Jahren etwa) schon hieß: "Nur die mit ABS! Die ohne ABS brauchen das nicht machen!" Was ich persönlich für gequirlte Sch... hielt, denn... wenn nicht dort, auf dem SHT, im "Schonraum" (ohne Verkehr, ohne Überraschungsmoment), wann dann??? Auf der Straße im Notfall??? Von damals rund 15 - 20 ABS-losen Fahrern übten es nur 2... traurige Bilanz wie ich finde.

Gruß - Mankalita

Antwort
von Mogges, 43

Moin,

ich muss hier jetzt mal eine Lanze FÜR das ABS brechen, zumindest in Anbetracht deiner Ausgangslage.

Ich habe den Führerschein auch erst gute 4 Jahre, und ich kann mich an 3 Situationen erinnern, in denen mir im 1. Jahr das ABS die Maschine gerettet hat. Einmal Schotter auf der Straße und bremsen müssen, einmal auf eine Schotterfläche ausweichen müssen und beim dritten Mal auf nassem Kopfsteinpflaster eine Vollbremsung. 
V.a. als Anfänger besteht doch die Gefahr, dass man schreckhaft zu hart in die Bremse packt und falls man sich dann durch das blockierende Rad noch mehr erschrickt, liegt man auch mal ganz schnell auf der Nase.

Natürlich, nach einer Zeit gewöhnt man sich dran, lernt einzuschätzen, wieviel Bremsdruck man in welcher Situation aufbauen kann, etc; aber als Anfänger hat man meiner Meinung nach eh schon genug um die Augen und Ohren.

Ich stelle mein ABS im Straßenverkehr auch nie komplett aus (Minimum Stufe 1), allein weil ich kein MotoGP Rennfahrer bin und ein Sicherheitssystem im Hintergrund mich auch beruhigt, denn ich weiß: im allerärgsten Notfall kann ich einfach voll reinstempeln.

Außerdem, für den Wiederverkaufswert ist ABS ein gewichtiger Pluspunkt!

Empfehlung also klar zur Maschine mit ABS, habe die Wahl meiner aktuellen Maschine auch aufgrund des ABS getroffen :)

LzG

Mogges

Antwort
von haudegen, 66

Ganz einfach: kauf was dir gefällt. Jahrzehntelang ist man mit motorrädern die kein abs haben ausgekommen. Heutzutage traut sich kaum noch einer auf eins ohne, bzw. ein motorrad ohne abs ist wohl nur noch was für nostalgiker/masochisten. Das man motorräder ohne abs schlechter verkaufen kann stelle ich mal dahin. Gerade beim thema harley sind gerade auch ältere baujahre gesucht wo man noch alles selbst dran machen kann.

Antwort
von Kaheiro, 49

Noch habe ich bisher selber gebremst!

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